Basisdaten

Bundesland: Salzburg
Verwaltungssitz: Zell am See
Fläche: 2.640,85 km²
Einwohner: 84.124 (15. Mai 2001)
Bevölkerungsdichte: 32 Einw./km²
Kfz-Kennzeichen: ZEDer
Bezirk Zell am See gliedert sich in 28 Gemeinden, darunter 2 Städte
4000 v.
Chr. - 500 v. Chr.
Die
ersten Nachweise über eine Besiedlung im Pinzgau sind in der letzten
Steinzeitperiode in der Gegend von Bischofshofen zu finden, wo eine
Werkstätte für Klopfsteine, Spitzen, Hacken, Keile und Schlegel bestand.
Nachweise einer dichten Besiedlung sind um die Bronzezeit, etwa 2200 Jahre
vor Christus, zu finden, denn sowohl im Pongau wie auch im Pinzgau und dem
benachbarten Tirol waren Kupfererze zu finden. Forschungen ergaben, dass
sich auf dem Falkenstein bei Krimml eine Siedlung befunden haben muss, die
mindestens 16 Hütten umfasste ein kleines Kupferbergwerk befand sich auf
der Stimmel bei Stuhlfelden. Die grossen Bergwerke des Pinzgaues hingegen
waren in Viehhofen.
Auf die Menschen der Bronzezeit folgen die der Hallstattzeit. Die älteste
Periode davon nennt man die Urnenfelderzeit, und ihren Namen hat diese
geschichtliche Periode deshalb, weil am Salzberg zu Hallstatt ein großes
Gräberfeld dieser Menschen gefunden wurde. Die Hallstattleute des
Pinzgaues wohnten in der Gegend um Högmoos, am Burgstall bei Gries, auf
dem Naglköpfl, am Falkenstein und in Uttendorf. Das war etwa um die zeit
1200 bis 500 vor Chr. Die Hallstattmenschen waren ihrer Abstammung nach
Illyrer, sie kamen vom Balkan herauf. Die Illyrer der Hallstattzeit kamen
in eine Periode der Klimaverschlechterung. Es gab viele Niederschläge, die
Gletscher rückten vor. Die Leute steuerten einen gewissen Luxus an, wie
aus Grabbeigaben zu entnehmen ist.
Sie konnten sich nicht mehr halten, als etwa um 500 vor Chr. Kelten ins
Land eindrangen.
500 v. Chr. - 500
Zwischen
15 und 11 v. Chr. eroberte das römische Militär das Königreich Noricum, zu
dem neben dem übrigen Salzburg natürlich auch der Pinzgau gehörte. Die
Römer vertrieben die keltische Bevölkerung nicht, stellten Militär ins
Land, bauten eine Verbindungsstraße über den Radstädter Tauern und
brachten nicht nur eine neue Sprache - Latein -, sondern auch eine neue
Kultur, neue Kenntnisse und neue Waren aus dem Süden ins Land. Die Römer
bauten Saumwege über die meisten Alpenpässe, benützten aber auch den alten
Weg übers Hochtor nach Heiligenblut, wie eine römische Herkulesstatute und
eine Tonlampe, die man dort fand, beweisen.
Römische Siedlungen gab es im Pinzgau an mehreren Orten. Eine befand sich
am Biberg bei Saalfelden. Heute noch findet man die Spuren der Römer, wie
zum Beispiel in Taxenbach, wo ein Münzenschatz ans Tageslicht kam, oder
Zell am See, wo man 1952 anläßlich des Grundaushubes an der Berglehne des
Fuchslehens Tafelgeschirr aus der Zeit um etwa 30 bis 160 n. Chr. ausgrub.
Übrigens zogen die neuen Herrscher beträchtlichen Nutzen aus den eroberten
Provinzen. Es mussten Steuern nach Rom geleistet werden, sowohl in Geld,
das war der "Tribut", lateinisch tributa genannt, als auch in Naturalien.
Die Bergwerke waren zu dieser Zeit verstaatlicht, außerdem behielten sich
die römischen Besatzer vor, Brückenzölle einzuheben.
500 - 1000
Nach dem Zusammenbruch des Römerreiches, Forschungen ergaben,
dass sich
kaum Römer für ständig in diesem Gebiet ansiedelten, denn es erhielten
sich keine römischen Namen, kamen um etwa 500 n Chr. Baiern ins Land. Der
bairische Herzog wurde nach dem Abzug der Römer Obereigentümer des
Pinzgaues.
Die von den Römern verlassenen Gebiete verblieben dem Landesherren und
wurden später "landesfürstliche Frey" genannt. Die Bauernlehen wurden in
den meisten Fällen belassen, aber die Besitzer mussten eine jährliche
Abgabe leisten, die man später Stift, Gült oder Zehent nannte.
Die ersten deutschen Siedlungen erkennt man heute noch an den Endsilben
der -ing und -ham Namen sowie am typischen Hausstil, dem Einheitshaus, das
unter einem Dach Wohn- und Wirtschaftsräume sowie Stallungen vereinigte.
1000 - 1300
Die
zweite Siedelzeit war die Kolonisation durch die geistlichen und
weltlichen Herren. Sie fängt ungefähr mit dem Jahre 1000 an und dauerte
rund 300 Jahre. Die Bischöfe und Grundherren schenkten immer wieder
Waldgebiete und Weideland zur Rodung und Aufrichtung neuer Bauernlehen
her. Man nannte sie Neubrüche, Novalien und Huben. Besonders die Klöster
ließen solche Rodungen durchführen oder machten sie selber.
Im Pinzgau bekam das Kloster Kaishaim an der Donau solche Gebiete in Wald
und Krimml, das Kloster Millstatt in Kärnten Besitzungen in Uttendorf, das
Stift Berchtesgaden, Stift Höglwörth, das Bistum Chiemsee und andere
bekamen Gebiete und Güter, die sich im Pinzgau befanden.
Als die Bajuwaren im Pinzgau Siedlung nahmen, kamen natürlich auch
zahlreiche Lebensformen und Bräuche ins Tal. Die Bajuwaren verehrten Wotan
als obersten Gott, Donar, Freija und andere. Heute noch sind die alten
Wochentagsnamen Erinnerung an diese Zeit, der Donnerstag ist der Erchtag;
alte Bräuche, wie der Perchtenlauf, Sonnwendfeuer, das Füttern der
Obstbäume am Bachltag, sind heute noch lebendig und halten sich im
bäuerlichen Alltag, wenn auch nur mehr Volkskundler und Wissenschaftler um
die eigentliche Bedeutung wissen.
1300 - 1800
Das Land befand sich im Besitz des Herzogs. Einen Teil davon
gab er zum Lohn
für treue Dienste an seine Untertanen ab, das waren in erster Linie die
Grafen. Grafen waren Generale, Richter und Verwalter des Gaues. Bei der
Übergabe eines Landstückes überreichte der Grundherr dem Lehensmann ein
Stück Rasen. Hob der Belehnte den Rasen auf und nahm er ihn an, so galt er
als Besitzer des fraglichen Grundes. Die Baiern haben die von den Römern
verlassenen Güter übernommen und die sogenannte "Egartenwirtschaft", man
versteht darunter vierfachen Fruchtwechsel, eingeführt.
Die alten Grafengeschlechter sind teilweise ausgestorben, lediglich die
Namen deuten auf ihre Existenz, einzelne ragen als Persönlichkeiten
hervor, wie etwa die Herren von Mittersill, deren Wappen die Marktgemeinde
übernommen hat. Die Grafen von Peilstein, die ihren Hauptsitz in
Reichenhall hatten, sind bis zum Jahre 1219 registriert, die Grafen von
Plain kamen ursprünglich aus Kärnten. Sie begründeten um 1148 das Kloster
Höglwörth bei Teisendorf.
1800 - 1857
Der
Pinzgau kam als Folge der napoleonischen Kriege an das Haus Österreich und
wurde nun von Franz I., der in die Geschichte als "guter Kaiser Franz"
einging, regiert.
Der Kaiser versprach den Pinzgauern, die immer wieder von Hochwassern
heimgesucht wurden, eine Entwässerungsaktion; Grund genug, mit dem neuen
Herren für´s erste zufrieden zu sein.
Das Jahr 1848, mit Revolution und allgemeinen Umschichtungen, war auch im
Pinzgau nicht spurlos vorübergegangen. Österreich erhielt eine neue
Verfassung, das Reich wurde von der absoluten zur konstitutionellen
Monarchie umgeschichtet. Das Grundgesetz für die neue Verfassung wurde
1861 verabschiedet, erst in diesem Jahr bekam Salzburg einen eigenen
Landtag und eine Vertretung im Abgeordnetenhaus durch fünf gewählte
Männer. Die Geschichte Österreichs, der Donaumonarchie, wie das große
Reich einst hieß, ist nun auch Salzburgs und des Pinzgaus Geschichte.
1857 - 1914
Als 1857/60 die Reichsstrasse von Salzburg über Paß Thurn, 1875 die
Bahnstrecke Salzburg - Innsbruck und 1898 auch die Bahnstrecke Zell am See
- Krimml eröffnet werden konnten, waren die wesentlichen Vorraussetzungen
für einen - vorläufig noch zaghaften - Touristenverkehr gegeben. Aus
diesen bescheidenen Anfängen hat sich jedoch ein wirtschaftlicher
Erwerbszweig zu einer der Haupteinnahmequellen für große
Bevölkerungsdichte geworden ist. Leistungsfähige Gast- und
Beherbergungsbetriebe tragen sehr wesentlich dazu bei, dass immer mehr
Menschen in dieser unvergleichlichen Hochgebirgslandschaft Erholung
suchen.
Als im Jahr 1898 ein ehemaliger Knecht beim "Reiterbauern" in Saalbach von
seiner Arbeitsstätte in Mürzzuschlag wieder in seine Pinzgauer Bergheimat
zurückkehrte und die im Steirischen schon bekannten Skier mitbrachte,
leitete er damit eine bis heute florierende Sportära ein: Der damals in
Saalbach tätige Oberlehrer Peter Höll wußte seine Buben für den neuen
Sport zu begeistern, und bald griffen auch manche Erwachsene zu den
"Brettern", die mittlerweile "die Welt erobert" haben - im Pinzgau war der
Siegeszug des Skilaufes nicht mehr zu bremsen. Es mutet wie ausgeklügelte
Regie an, daß ausgerechnet in Saalbach, dem heute bedeutensten Salzburger
Wintersportort, der "weiße Sport" seinen Anfang genommen hat.
1914 - jetzt
Nach
einiger Zeit des Aufbaues, des Friedens, erschütterten die Schüsse von
Sarajewo Europa. Erster Weltkrieg, die Zerstückelung des großen Reiches,
und der Rest, das kleine Österreich heutigen Ausmaßes, das ist Geschichte,
die ein Teil der älteren Zeitgenossen jedenfalls noch selbst erlebt hat.
Als
nach dem Abzug der Besatzung im Jahre 1955 - im Pinzgau waren Amerikaner
die Herren - der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung wieder einsetzte,
besann man sich auf das größte Kapital, das im Pinzgau zu finden war:
seine landschaftliche Schönheit. Er wurde in den letzten Jahrzehnten zum
Fremdenverkehrszentrum besonderer Prägung.
Nicht nur die sprichwörtliche Gastfreundschaft im Pinzgau, sondern auch
die entsprechende Infrastruktur und Qualität der
Fremdenverkehrseinrichtungen, kulturelle Ereignisse, Unterhaltung und
Sportmöglichkeiten sind mit ein Grund für den Erfolg.
Im Jahr 923 werden die Grafschaften
Ober-, Mittel- und Unterpinzgau in Urkunden erwähnt. Vom 13. Jahrhundert
bis zum Jahr 1803 dauerte die Herrschaft des Erzstifts Salzburg. Nachdem
der Pinzgau kurze Zeit von Bayern annektiert worden war, kam er 1816 mit
Salzburg zu Österreich. Mit der Entstehung eines eigenen Kronlandes
Salzburg 1848 erfolgte die Herausgabe einer Landesverfassung, die auch
eine Neuregelung der Landesverwaltung und die Einführung der
Gemeindeordnung mit sich brachte. Die Bezirkshauptmannschaft war 1850 bis
1854 in Saalfelden untergebracht und kam erst dann nach Zell am See.
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